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Ratgeber Schlafapnoe-Syndrom

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Schlafapnoe-Syndrom
Was ist ein Schlafapnoe-Syndrom?

Das Schlafapnoe-Syndrom ist eine Erkrankung, die bei den Betroffenen zu nächtlichen Atemstillständen führt. Die Anzahl und Länge der Atempausen variiert bei jedem Betroffenen. Blutdruck, Herzfrequenz sowie Sauerstoffgehalt des Blutes können bei diesen Aussetzern abfallen und so zu einer Alarmreaktion des Körpers führen. Der Körper schüttet dann Stresshormone aus, um ein Ersticken des Betroffenen zu verhindern. Durch diese nächtliche Überanstrengung des Körpers sind Betroffene tagsüber häufig müde und unkonzentriert. Der Körper reagiert auf diesen Stress in manchen Fällen mit Folgeerkrankungen wie z. B. Herzrhythmusstörungen oder erhöhtem Blutdruck. Man unterscheidet das „obstruktive Schlafapnoe-Syndrom“ und das „zentrale Schlafapnoe-Syndrom“.

Während man schläft, entspannen sich alle Muskeln des Körpers, so auch die Rachenmuskulatur. Bei vom Schlafapnoe-Syndrom Betroffenen erschlafft dieser Muskel allerdings so stark, dass die Rachenwände nicht genug Widerstand haben wenn der Betroffene atmet. Aus diesem Grund werden sie beim Einatmen während des Schlafs aneinander gezogen und engen so die Atemwege ein. Es kommt zu Atemstillständen, die für einen gestörten Schlaf sorgen. Die Betroffenen erreichen durch diese Aussetzer nicht die Tiefschlafphase und sind deshalb tagsüber stark übermüdet. Des Weiteren bedeuten diese kurzen Atemstillstände großen Stress für den gesamten Körper, wodurch es bei einem Schlafapnoe-Syndrom zu Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems kommen kann.

Diagnose Schlafapnoe-Syndrom

Liegt ein Schlafapnoe-Syndrom vor, erfolgt der Arztbesuch meist auf Anraten des Partners, da die Betroffenen selbst die nächtlichen Aussetzer nicht bemerken. Nach einem ausführlichen Arztgespräch, bei dem auch die Schilderungen des Angehörigen relevant sind, kommt es bei dem Verdacht auf ein Schlafapnoe-Syndrom zu einer körperlichen Untersuchung. Des Weiteren wird in vielen Fällen eine sog. Polygrafie durchgeführt. Dabei muss der Patient über Nacht ein Gerät bei sich tragen, das u. a. Herzfrequenz und Atembewegungen aufzeichnet. Diese Informationen ermöglichen dem Arzt meist eine genaue Diagnosestellung. Ist dies nicht der Fall, wird der Patient für zwei Nächte in einem Schlaflabor überwacht.

Das Schlafapnoe-Syndrom kann sich negativ auf den Alltag der Betroffenen auswirken. Ständige Müdigkeit und Konzentrationsschwierigkeiten können zu Problemen im Beruf und in der Partnerschaft führen. Selbsthilfegruppen können helfen, besser mit der psychischen Belastung umzugehen. Neben den bewährten Therapiemethoden, die in den Leitlinien aufgeführt sind, gibt es weitere Mittel, die mitunter Erfolge bei der Bekämpfung der Symptome bringen können. Dazu gehört vor allem das Zungenmuskeltraining, bei dem die Zunge mittels Elektroden durch Stromimpulse stimuliert und aktiviert wird. Auch Studien bezüglich des Einsetzens eines Zungenschrittmachers brachten bereits erste Erfolge. Diese Form der Therapie muss aber noch weiter erforscht werden.

Was ist ein Schlafapnoe-Syndrom?

Beim Schlafapnoe-Syndrom handelt es sich um eine Atmungsstörung, die durch Atempausen während des Schlafs gekennzeichnet ist. Die von einem Schlafapnoe-Syndrom Betroffenen erleiden in einer Nacht häufig mehrere, in Einzelfällen bis zu 100 Atemstillstände, die der Mediziner „Apnoe“ (griechisch für Windstille) nennt. Diese Apnoen können wenige Sekunden, in schweren Fällen über eine Minute dauern. Während der Atempausen sinken der Sauerstoffgehalt des Blutes und anfangs auch die Herzfrequenz sowie der Blutdruck. Ist die Sauerstoffsättigung des Blutes auf einen kritischen Wert gesunken, reagiert der Körper mit einer Alarmreaktion, dem „Arousal“, um ein Ersticken zu verhindern. Das vegetative Nervensystem schüttet die Stresshormone Adrenalin und Noradrenalin aus, wodurch die Herzfrequenz und der Blutdruck gesteigert werden. Durch die vermehrte Aktivität des Körpers wird der Schlaf des Betroffenen flacher und die Atmung setzt wieder ein.

Das Schlafapnoe-Syndrom: eine ernstzunehmende Erkrankung

Häufig verlaufen diese Reaktionen nachts unbemerkt, dafür machen sich die Konsequenzen tagsüber bemerkbar: Menschen mit einem Schlafapnoe-Syndrom, deren Nachtschlaf häufig mehrmals durch Atemaussetzer und Alarmreaktionen des Körpers gestört wird, leiden während des Tages vermehrt unter Müdigkeit, Konzentrationsstörungen, Leistungsschwäche und depressiven Verstimmungen. Und das macht das Schlafapnoe-Syndrom zu einer ernstzunehmenden Erkrankung. Die Gefahr liegt nicht darin, wie viele glauben, nachts zu ersticken. Vielmehr bedeuten ständige Atemaussetzer und chronische Müdigkeit puren Stress für den Körper, der auch tagsüber zu hohem Blutdruck und Herzrhythmusstörungen führen kann. Sogar Schlaganfälle können die Folge sein. Außerdem führt ausgesprochene Tagesmüdigkeit zu einer drastisch erhöhten Unfallgefahr, z. B. im Straßenverkehr.

Schätzungen gehen davon aus, dass ca. 2 % der Frauen und 4 % der Männer über 40 Jahre unter dem Schlafapnoe-Syndrom leiden. Allein in Deutschland gibt es ungefähr 20 Millionen behandlungsbedürftige Patienten.

Formen des Schlafapnoe-Syndroms

Zwei verschiedene Varianten des Schlafapnoe-Syndroms werden unterschieden. Die weitaus häufigste Form ist das „Obstruktive Schlafapnoe-Syndrom“ („OSAS“). Das Wort obstruktiv kommt aus dem lateinischen, obstruere, und bedeutet verschließen/verstopfen. Die Ursache ist hier die nächtliche Verengung der oberen Atemwege. Die Patienten sind nahezu immer starke Schnarcher. Die Krankheitsentstehung ist eng mit Übergewicht und zunehmendem Alter verknüpft.

Die zweite Form, „zentrales Schlafapnoe-Syndrom“ („CSAS“), ist weitaus seltener. Ursächlich für die Apnoen ist hier ein Schaden des zentralen Nervensystems, der zu einer Fehlsteuerung der Atemmuskulatur führt. Das Gehirn vergisst nahezu, den Impuls zum Atmen zu geben. „CSAS“-Patienten sind meist normalgewichtig und schnarchen nicht. Das Syndrom ist in der Mehrheit der Fälle erblich bedingt, kann aber auch aus einer Schädigung des Gehirns entstehen.
Beim „gemischten Schlafapnoe-Syndrom“ treten obstruktive und zentrale Schlafapnoen gemeinsam auf.

Auch im Kindesalter kann ein Schlafapnoe-Syndrom auftreten. Meist sind dann zu große Rachen- und Gaumenmandeln die Ursache. Wie bei Erwachsenen ist auch hier Übergewicht ein Risikofaktor.

Julia Fischer

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